Die fünf grössten Fehler, die Bauherren machen.

Trautes Heim, Glück allein. Wer träumt nicht davon, ein schönes Haus zu bauen, irgendwo, dort, wo man sich am Wohlsten fühlt. Sei es draussen in der Natur, im Wald, in einem schnuckeligen Dorf oder nahe bei der pulsierenden Grossstadt, wo man schnell zur Arbeit pendeln kann. Die meisten von uns denken irgendwann über die eigenen vier Wände nach. In Deutschland ist Bausparen sehr beliebt, also das gezielte Sparen, um sich den Haustraum realisieren zu können. Viele haben eine vage Idee, was sie gerne möchten und wie das neue Heim denn aussehen sollte. Einige planen es schon selbst, skizzieren das Traumschlafzimmer, die perfekte Küche, den Abenteuerspielplatz für die Kleinen.

Doch nicht jeder von uns ist Architekt. Otto Normalverbraucher braucht Hilfe, wenn es um so technische Angelegenheiten geht, wie ein Haus zu bauen. Und liegt bereits ein typischer Fehler, der gemacht wird:

Finanzielles

Gerade, wenn das Budget knapp ist, dann ist genaue Planung um so wichtig. Denn Baufehler und Planungsfehler kosten. Anders als beim Kauf einer Waschmaschine oder dem neuesten Espressoautomaten scheinen die Leute nicht bereit zu sein, viel Zeit und Mühe in die Planung zu investieren. Experten sagen, sie seien geschockt von der Lässigkeit, mit welcher Häuser gekauft und in Auftrag gegeben werden. So werden zusätzliche Kosten gescheut, etwa für Experten. Und dies führt allzu oft zu Ausgaben im Nachhinein mit denen niemand gerechnet hat. So wird etwa empfohlen, früh mit einem Bausachverständigen zusammenzuarbeiten, um sich späteren Ärger zu ersparen, so der Verband privater Bauherren, VPB e.V. Diese Extrakosten seien wohl investiert und man läge in der Regel bei etwa fünf Terminen auf der Baustelle à je zwei bis drei Stunden, wenn der Bau unproblematisch verläuft, läuft es schwieriger, müsse man schon einmal mit acht Terminen rechnen, die Kosten sollten in aller Regel aber bei etwa einem Prozent der Gesamtkosten liegen.

Unterlagen

Neben finanzieller Planung ist oft die Vertragskenntnis ungenügend, besonders dann, wenn man eine schlüsselfertige Immobilie aneignen möchte. Oft werden dem Bauherren gar keine detaillierten Pläne des Vorhabens ausgehändigt, man kauft also gewissermassen die Katze im Sack. Gerade hier ist es, wo der Laie schnell überfordert ist, denn nicht alle Unterlagen müssen bei Baubeginn vorliegen, sondern werden fortan erstellt. Und seien wir ehrlich, wer hat schon den Überblick über alle spezifischen, technischen Dokumente.

Änderungswünsche

Ein weiterer, grosser Irrtum ist es, zu glauben, man könne leicht Änderungen vornehmen, sobald die Planung abgeschlossen ist. Gerade Wände zu verschieben ist alles anderes als einfach, da man meist die Statik überprüfen muss und noch gravierender: Unter Umständen muss die Baugenehmigung verändert werden, Leitungen könnten betroffen sein und die bestellten Materialmengen verändern sich, all das kostet.

Kommunikation

Wie fast in allen Bereichen, ist die Kommunikation ein Schlüsselwort. In letzter Zeit, durch den Bauboom, haben viele Menschen Zugang zu einer für sie neuen, unbekannten Welt erhalten. Bauunternehmer und Architekten geniessen in den Medien nicht den besten Ruf und gerade auch durch sogenannte «Pfusch am Bau» – Aufdeckungen, wird dieser Eindruck manifestiert. Der Flughafen Berlin trägt auch nicht gerade dazu bei, dass man grenzenloses Vertrauen in die Firmen, die am Bau beteiligt sind, steckt.

Private Bauherren denken oft, dass der Architekt «IHR» Architekt ist und nur ihr Projekt betreut. Dem ist aber nicht so, durch den Boom hat jeder involvierte wohl mehr als genug zu tun. Wenn sich also der Anrufbeantworter meldet, heisst das nicht, dass Hopfen und Malz verloren ist.

Zeit

Und schliesslich ist die Zeit ein wichtiger Punkt und eben der fünfte, der häufigsten Fehler. Man baut nicht von heute auf morgen. Für viele «Normalos» ist dies die grösste Investition des Lebens, der Kauf, welcher uns den Rest des Lebens begleitet und der im besten Fall an die Nachkommen vererbt wird. Klingt wichtig, oder? Genau dafür sollte viel Zeit eingeplant werden. Zeit, in der man sich Gedanken macht, was man will, in der man Experten aufsucht, Planungen anstellt, sich durchaus auch mit Designern trifft, um nicht nur einen optimalen Nutzwert zu erzielen, sondern auch die beste Ästhetik.

Kein Haus sollte auf die Schnelle gebaut werden. Durch die sorgfältige Planung unter Einbezug von Experten, durch genaue, vertragliche Festlegung der Wünsche können viele Fehler, die wir oben besprochen haben, vermieden werden und dem Traumhaus steht nichts mehr im Wege.